Adar

Sachor. Purim. regenjacken test 2017 Keinem Menschenstamme ward also wie dem jüdischen das Loos, mit offenem, vorwärts schauendem Blicke durch die Geschicke der Zeiten zu wandern. Gleich beim Beginn seines völkergeschichtlichen Daseins führte Gott ihm Ereignisse zu, auf die, wie auf einen prophetischen Spiegel, immer wieder sein Blick sich wenden sollte, darin sich zu erkennen, sein Verhalten zu seiner Aufgabe, seine Stellung zu den Brüdervölkern, sein jederzeit von ihm selbst zu säendes, züchtigendes, erziehendes, prüfendes, lohnendes Geschick. Der seine Aufgabe und seine Geschichte kennende Jude wird von keinem Ereignis überrascht, von keinem bestürzt, von keinem geblendet. Ein Rückblick in den ihm von Gott immer neu vorgeführten Spiegel seiner Vergangenheit - und er findet sich überall und in Allem zurecht, weiß jedes Ereignis seiner Zeit zu würdigen und steuert mit ruhigem Auge auf glatter See wie durch Sturm und Brandung, dem einen Ziele zu, zu welchem Gott ihn leitet. Vorbereitet ist er auf alles. Er traut keinem Augenblicke und fürchtet keinen. Nicht in den politischen Gestaltungen der Verhältnisse, in der eigenen Brust sucht er den Grund zur Hoffnung oder Furcht. Ein unverdientes Glück kann ihn nicht beruhigen, ein unverdientes Leid nicht beugen. Nur das Zeugnis, das ihm die eigene Brust ausstellt, kann ihn heben oder niederschlagen. Er kennt nur einen Feind: die Sünde; er kennt nur einen Panzer: die Unschuld. Der Sabbat vor dem Purimfeste ist der zweite, für den großen Frühlingsmonat vorbereitende Sabbat. Sabbat Schekalim rief in uns das jüdische Gesamtbewusstsein wach, das Bewusstsein, dass wir alle einer großen Gesamtaufgabe angehören, und wie zerstreut, wie verschieden nach Kraft, Vermögen, Stand, Beruf auch immer, doch alle gleich berufen sind an einem heiligen Gotteswerk zu arbeiten. Was wird unser Geschick sein mit solchem Beruf? was haben wir mit solch´ eigentümlicher Sendung im Kreise unserer Menschenbrüder zu erwarten? „Sachor!“ spricht dieser Sabbat, „schau zurück, gedenke was dir Amalek getan, auf dem Wege, als ihr aus Mizrajim zogt!“ Was dich in aller Zukunft treffen wird? Was dir bei deinem ersten Schritt, auf deiner geschichtlichen Wanderung begegnet! Durch den geschichtlichen Zusammenhang des Ereignisses im 2ten Buche der Thora und die Zusammenstellung des Gedächtnisgebotes mit den anderen Gesetzen im 5ten Buche, hebt dieses „Sachor“, dieser Aufruf zum Rückblick auf den ersten Zusammenstoß Israels mit dem Brudervolke, warnend und ermutigend den Finger auf und spricht: Nicht die Treue, nicht das entschiedene Ausharren im jüdischen Berufe, nicht die unerschütterte Anhänglichkeit an das gottgebotene eigentümliche jüdische Leben zieht euch die Feindseligkeit der nichtjüdischen Brüder herbei; seiet Juden, volle, ganze Juden, erfüllet eure jüdischen Pflichten in der ganzen herrlichen Fülle des von Gott gezeichneten Lebens! So sehen es alle Völker der Erde, dass der Name Gottes über euch walte und wagen achtungsvoll es nicht euch anzutasten! Menschentäuschender Vorwand war es und ist es, wenn ein Haman seinen Judenhass durch die jüdische Absonderlichkeit beschönigt, die dieses so zerstreute Volk trotz seiner Zerstreuung doch so „gesondert“ unter den Völkern und so anhänglich an ihre von allen anderen Völkern abweichenden Gesetze und Sitten sein lässt, und nichtige Täuschung wäre es, wenn wir durch Abstreifen dieser jüdischen Eigentümlichkeit uns die Völkerfreundschaft zu erkaufen und für immer zusichern vermeinten. Hamans Ahn, Amalek, fiel über Israel her, als es noch nicht diese absondernden Gesetze am Sinai erhalten hatte, und wenn wir auch die ganze sinaitische Gesetzgebung wiederum preisgeben und das Positive unseres Judentums auf das Minimum unserer vorsinaitischen jüdischen Eigentümlichkeit reduzieren möchten, die letzte Faser in welche du dein „Jude sein“ im Gegensatze zum Nichtjuden flüchtest – und wäre es auch zuletzt nur noch der bloße Name „Jude“ – wird jederzeit einem Haman und Amalek genügen, um ihre Feindschaft und ihren Hass zu beschönigen. Ja, mit deinem entgegenkommenden Abfall gibst du diesem Vorwande des Judenhasses erst den rechten Schein einer Begründung. Durftest du so vieles, so das meiste vom Judentum preisgeben, warum denn so eigensinnig an das letzte Wenige halten! Durftest du so fast den ganzen Juden ausziehen, warum denn nicht wirklich den ganzen Juden fahren, und über das Grab des Judentums Jakob und Esau sich die Bruderhand zur ewigen Verbrüderung reichen lassen?! Nicht das ist das Ziel, das der Herr der Zeiten als Lösung diese Gegensatzes bestimmt. So lange es Nacht auf Erden ist, wird der Ringkampf dieser Gegensätze dauern, Jakob den Esau nicht und Esau nicht den Jakob überwinden, wohl aber Esau Jakob nicht den festen, selbstständigen Fuß zu Boden setzen lassen. Wenn aber der Morgen anbricht und der Kampf sein Ziel finden soll, dann wird dieses Ziel nicht in Aufgeben und Aufgehen des Jakobsberufes gefunden werden, dann wird nicht Jakob der Überwundene sein, dann wird Esau zum Jakob sprechen, lass mich frei, denn der Morgen ist angebrochen, die Zeit des Kampfes ist aus. Jakob aber spricht, wohl lasse ich dich, aber nicht eher lasse ich dich, bis du mich gesegnet, bis du mir die Anerkennung gezollt, dass ich nicht den Fluch und den Hass und die verfolgende Feindschaft verdient, bis du es voll anerkannt, welchen Segen ich verdiene – und du mich segnest. Bis zu diesem Morgenrot der Zeiten aber sollte Jakob vorbereitet und gerüstet sein für Gegensatz und Kampf; diese Mahnung sandte ihm Gott bei jedem Eintritt einer neuen Phase seiner geschichtlichen Wanderung in der Mitte der Völker. Edoms Genius trat entgegen als die erste Jakobsfamilie ein selbstständiges Plätzchen auf Erden suchte, Amalek hob das Schwert auf, als das befreite Israel seiner Nationalexistenz entgegen ging, und Haman grüßte Juda, als seine Söhne ihre weltgeschichtliche Zerstreuung in der Mitte der Nationen antraten. Nicht aber in der Erschlaffung, nicht in der laxeren Erfüllung jüdischer Pflichten liegt Juda´s Wehr und Panzer in diesem Kampfe; sondern in standhafter, treuer, voller Lösung der ihm von Gott gegebenen Aufgabe, liegt seine Stärke und sein Sieg. „So lange Moscheh´s Hand zu Gott gehoben bleibt, - wie es der Väter Weisheit erläutert, - so lange Israel nach oben blickt und sein Herz dem Dienste seines Vaters im Himmel weiht, so lange steht es gepanzert in eigener Macht. Erst wenn diese Hand und diese Kraft und dieser Sinn erschlafft, wird ihnen Amaleks Stärke fühlbar. Ja, jede unsanfte Berührung von Amaleks Finger, soll Juda die Mahnung sein, im eigenen Kreise sich umzuschauen, wo der jüdische Sinn erschlafft. Denn irgendwo muss Israel seine Pflichten verabsäumt haben, lehrt der Väter Weisheit, wenn Amalek kommen soll. In ,ydypr überkommt Israel Amaleks Kampf! Nur wenn Israel an der Göttlichkeit der eigenen Sendung zweifelt, zweifelt ob Gott unter uns waltet oder nicht, und in diesem Zweifel schlaff und nachlässig wird in Handhabung des göttlichen Wortes, - nur wenn Israels Söhne, nur wenn sie aus der Höhe der göttlichen Wege und darum aus dem Schutze der göttlichen Fittiche sinken, - oder, - wie die Zusammenstellung im 5ten B. M. lehrt, und die Weisheit der Väter sinnig hervor hebt, - wenn Israels Söhne im sozialen Menschenverkehr nicht die Redlichkeit und Rechtlichkeit bewahren, die den Grundcharakter Jeschuruns bilden soll, die zu ihnen spricht: „nicht zweierlei Gewicht sollst du haben in der Tasche und nicht zweierlei Maß sollst du haben im Hause!“ und deren ungetrübte Bewahrung Grundbedingung der göttlichen, schützenden Bundesnähe bildet, nur dann hat Israel Amalek zu fürchten! Wenn aber Israel seine Pflichten voll begreift und voll erfüllt, wenn es als „Priesterreich“ dasteht seinem Gotte und als „heilig Volk“ im Verkehr der Menschen, dann mag es immerhin, so lange es noch Nacht auf Erden, „zerstreut“ sein und auch „geschieden“ erscheinen in der Mitte der Nationen, dann mag auch immerhin dieser priesterliche heilige Wandel es noch „sondern“ von Sitten und Wegen der Völker, und – so lange es noch Nacht ist auf Erden – diese Absonderung einer selbstsüchtigen Hamansfeindschaft als willkommener Vorwand zur Verfolgung dienen – über Völkerwahn und Ministerränke und Fürstenschwäche steht Gott, der nicht nur den Wogen des Weltmeeres, der auch dem Wallen des Fürstenherzens zur Rettung seiner Treuen gebietet, der nur einen Schlummer von dem müden Lide eines Königsauges scheucht um noch nach Jahrtausenden zu zeigen, dass die wahre Macht doch auf Gottes Throne ruhet, der zu jeder Zeit für die schwache, preisgegebenen Unschuld gegen gottvergessene Amaleksgewalt streitet, dem daher auch noch das späteste Geschlecht seinen Altar bauen und in heiterer Zuversicht sprechen darf: ! “Gott ist mein Panier!“ 1. Paraschath Parah. „Dem Feste soll mit dem Bewusstsein der Reinheit des eigenen Menschenwesens von Jedem entgegengegangen, und deshalb mussten die inhaltsschweren Reinigungsgesetze von jedem beachtet werden!“ Dies das Motiv, welches für den dritten Vorbereitungssabbat die Paraschah der hmvda hrp, die große, die ewige Lebenswahrheit der hrhu, der „Reinheit“ lehrende Institution der „roten Kuh“, zum Vortrage bestimmte. Hier ist die Bedingung, die Basis, der Boden der ganzen Thora, welche Gott geboten! Hier ist die Voraussetzung, auf welcher das ganze göttliche Gesetz beruht! Die Lehre dieser Institution muss in uns lebendig werden, oder die ganze Tora ist vergebens für uns geschrieben, und Tempel und Altar und Opfer und Feste sind für uns bedeutungslos und schaal. Diese Bedingung, diese Basis, dieser Boden, diese Voraussetzung, mit welcher alles steht und fällt, heißt: „Taharah“ hrhu! Ein späterer Sprössling des Judentums hat einige abgefallene Blütenblätter von dem großen, das verlorene Paradies auf Erden wieder bringenden „Baume des Lebens“ in den Schoß der Menschen gestreut, und schon der Duft dieser wenigen Paradiesesblüten hat eine ersterbende Menschheit vom Grabe zurück gerufen, hat neues Leben den Gemütern, neues Licht den Augen, neue Kraft und neue begeisternde Ziele dem Streben der Menschen gebracht. Und weil schon diese wenigen Blütenblättchen, wenngleich abgerissen, und oft fletriert, schon solches Wunder geübt, vermeint man bald in ihnen den ganzen Baum des Lebens zu haben, sah nicht, wie dies eben nur abgefallene Blütenblätter waren, deren Tausende den heimischen Boden dieses Lebensbaumes decken, und wunderte sich, dass in dem heimischen Kreise derselben von diesen Blüten so wenig gesprochen wurde – weil man dort allerdings an den Früchten sich labte, die Früchte laut und ewig pries, den Duft der Blüten aber nur still selig, als süße Wonnezugabe atmete. Eines dieser Blütenblätter trägt das Wort: Unsterblichkeit! Einer in Jammer und Elend, einer in Gram und Kummer, einer in Täuschung und Hoffnungslosigkeit verzweifelnden, in Leichtsinn und Entartung versinkenden Welt brachte dieses Wort die Aussicht auf ein Jenseits, und mit ihr den Trost einer alles vergütenden Zukunft, einer alle Rätsel lösenden Erleuchtung, einer in die Unendlichkeit reifenden Vollendung jenseitiger Seligkeit – und mit ihr den Ernst einer mit irrungsloser Waage vergeltenden jenseitigen Gerechtigkeit, - und erzeugte die Wunder eines Märtyrertums, dem es ein Leichtes ward, auf die Erde zu verzichten um den Himmel zu gewinnen. Und doch ist dieses Blatt der Unsterblichkeit nur ein abgefallenes Blütenblatt vom Paradiesesbaume des vollen jüdischen Lebens! Und doch konnte dieses Blatt der Unsterblichkeit eben durch seine abgerissene Einseitigkeit zugleich auf die trostloseste Weise alle höhere Bedeutung des irdischen Daseins verneinen, und zugleich seine unbeschriebene Kehrseite zur Verbreitung der noch trostloseren Lehre darbieten, zur Einimpfung des trostlosesten Gedankens, den je der sterbliche Geist des Menschen erdacht, des Gedankens eines unfreien Versunkenseins aller Menschenseelen in die Sünde und Verdammnis schaffende Gewalt des Bösen! Nicht also im heimischen Kreise dieses Lebensbaumes der Menschheit, nicht also auf dem Paradiesesboden der jüdischen Lehre! Dort ist „Unsterblichkeit“ nur ein Blütenblatt, nur eine Konsequenz, nur eine Seite eines unendlich volleren, unendlich umfassenderen, unendlich seligeren und beseligenderen, unendlich heiligeren und heiligenderen, und darum unendlich wichtigeren Gedankens, - dort ist Unsterblichkeit nur eine Fortsetzung ins Jenseits des großen Gedankens der „Tahara“, der „Reinheit“, d. i., der ureigenen, unverlierbaren und darum schon hiniedigen Freiheit, der schon hiniedigen Göttlichkeit und Seligkeit menschlicher Seelen. „Unsterblichkeit“ heißt Freiheit der Seele nach ihrem Scheiden aus der Hülle des irdischen Leibes. „Reinheit“ aber heißt Freiheit der Seele selbst während ihrer hieniedigen Vermählung mit dem irdischen Leibe. „Unsterblichkeit“ verheißt, dass dereinst der Tod keine Gewalt habe über die der Erde enthobene Seele. „Reinheit“ gibt die Gewissheit, dass schon auf Erden keine Macht der Natur Gewalt habe über die auch in ihrer irdischen Hülle reine, freigöttliche Menschenseele, ja, dass dieser Seele die göttliche Energie, die freie Kraft von Gott verliehen, während ihrer Ehe mit dem irdischen Leibe, diesen Leib selbst aus dem unfreien Getriebe des Naturzwanges zu sich empor zu retten und ihn frei als Werkzeug ihres Willens, frei als Boten ihrer Gedanken und ihrer Zwecke zu gebrauchen, Unsterblichkeit lehrt den einstigen, jenseitigen Aufschwung der menschlichen Seele in die beseligende Gottesnähe, „Reinheit“ lehrt den schon hieniedigen Seelenbund des Menschen mit Gott, lehrt schon die hieniedige Paradiesesseligkeit der Seele, die ungetrübte Ebenbildlichkeit dieses Gotteshauches in seiner freien Meisterschaft über die zu seinen Herolden und Dienern bestimmten Kräfte und Mächte des irdischen Leibes. „Der eine, einzige, frei über die Natur waltende Gott“, so lautet der eine Eckstein der jüdischen Lehre. „Die reine, freie, nur diesem einen, einzigen Gott unterstehende, in göttlicher Ebenbildlichkeit über die mit ihr vermählte irdische Natur frei waltende, göttliche Menschenseele“, so lautet der andere Eckstein dieser Lehre. Dies ist der Eckstein, die Grundbedingung der Lehre, welche Gott geboten: Der Wahn, als ob das „lebenstrotzende“ „vollkräftige“ Tier, als ob der lebenstrotzende, vollkräftige Leib, nicht zu „meistern“ sei, für den Wahn gibt´s keine Stätte, gibt´s keine Stätte im jüdischen Kreis! Draußen, wo der Kreis des menschlichen Wirkens aufhört, und das Naturleben beginnt, dort waltet das Reich der jochlosen Gewalten unwandelbarer Notwendigkeit. Aber auf dem Boden des Menschenwirkens, im Menschenkreise, finde die lebendige Natur ihren Meister an der Priesterhand des gottdienenden Menschen; nur unter der priesterlichen Meisterschaft des gottdienenden Menschen finde auch die mit dem göttlichen Menschengeiste vermählte irdische Natur Eingang in den Menschenkreis, ja werde sodann mit ihm heilig geweiht und gehoben zu Werkzeugen Gottes Willen auf Erden frei vollbringenden Tuns. Sprich darum, so lautet die Grundforderung des göttlichen Gesetzes, sprich zu Israels Söhnen: dir, dem Herold und Vertreter des göttlichen Gesetzes, und durch dich diesem Gesetze, diesem Ausdruck des göttlichen Willens, übergebe die jüdische Gesamtheit zum Nationalbekenntnis, das „Tier“, „lebendstrotzend“, „vollkräftig“, das außerhalb des Menschenkreises „ungebändigte“, und ihr übergebet es dem Priester. Der führt es hinaus, außerhalb des Kreises jüdisch menschlichen Wirkens, und „vynpl“, unter dem „bewusstvollen“ Priesterblick, meistere man es mit der tötenden, opfernden Hand. Und hmymt hmvda sei es, ,vm hb ]ya rsa sei es! Nicht erst wenn die Lebensfarbe erblasst, selbst in der jugendlichen, männlichen Fülle des Lebens, - und nicht nur einzelne Seiten dieses pulsierenden Seins und Wollens, ohne Rückhalt, unverstümmelt, ausnahmslos muss erst das Tier unter dem unverwandten Priesterbewusstsein gemeistert werden, ehe es in jüdischen Lebenskreis Eingang finden darf. Ungemeistert ist jedes Moment des tierischen Lebens und jede Seite des tierischen Lebens gebannt aus dem jüdischen Lager. Hinaus weist der Priester das ungebändigte Tier aus dem Lager. Aber nur ungebändigt, ungemeistert ist das Tierleben aus dem jüdischen Kreise gebannt; unter dem Priesterbewusstsein, von der Meisterschaft des Menschen beherrscht, darf es nicht nur in den Menschenkreis des jüdischen Lagers einziehen, hinein in das Allerheiligste weist der Priesterfinger jedem menschlich beherrschten Blutestropfen die Bestimmung der Weihe, auf dass, wie die ganze sechstägige Erdschöpfung das Sabbatsiegel des Gottesbündnisses trägt, also dieses Gottesbündnis, diese Sabbatvermählung mit Gott sich in jedem Pulsschlag unseres Herzens, in jedem Blutstropfen jedes einzelnen Menschen wiederhole und wir nicht nur jenseits einst zu einem seligen Leben erwachen, sondern wir schon hinieden, mit unserem ganzen Dasein, auch mit dem hinieden vom irdischen Blute getragenen Sein und Wollen, ein nur Gott untergebenes, zur ewigen Freiheit gehobenes Leben in seliger Gottesnähe gewinnen! Freilich, was von diesem tierischen Wesen nicht die Richtung ins Allerheiligste gewonnen, was nicht in diese Weihe an Gott zur freien Erfüllung seines heiligen Willens eingegangen, auch was nur Träger des zu Gott emporstrebenden Lebens gewesen, das sehen wir vor unseren Augen zu Staube zerfallen wie es vom Staube gekommen, das verfällt der auflösenden Allmacht der Elemente; davor sollen wir ebenso wenig das Auge verschließen; aber diese Vergänglichkeit ist kein eigentümliches Los des sterblichen Menschenleibes, dieses Los der Vergänglichkeit teilt er mit allem, was von dem „Ysop bis zur Zeder“ in der Welt des vegetarischen Lebens, mit allem, was vom „Wurm bis zum Säugetier“ in der animalischen Welt zum zeitlichen Dasein erstanden. Alles geht ein in dieselbe Auflösung der Elemente - und von dieser ganzen irdisch entstehenden und irdisch zerfallenden Welt wird nichts für die Ewigkeit, nichts für die schon hiniedige Unsterblichkeit gerettet, als der mit dem in unsterblicher Freiheit Gott ebenbildlichen Menschengeiste vermählte, mit ihm zu Gott empor strebende, für Gott empor waltende, seiende und wollende Blutstropfen des menschlichen Herzens! Das ist die Lehre von der hamvm, von der Gebundenheit, der Unfreiheit, der Sterblichkeit alles nicht zum reinen Menschendasein erstandenen irdischen Wesens; und das ist die Lehre von der hrhu, von der Reinheit, von der Freiheit, von der Selbstständigkeit und Ewigkeit alles in dem Menschen mit Gott vermählten irdischen Lebens! Und siehe, so oft ein Mensch oder ein dem reinen Menschenwirken angehöriges Werkzeug und Mittel mit einer Menschenleiche in Berührung gekommen, dürfen sie nicht eingehen in das Heiligtum der Gotteslehre, es sei denn zuvor eben diese Lehre erneut in´s Bewusstsein gebracht, die Lehre: Dass der Tod, d. i. die Unfreiheit, das Erliegen der bezwingenden Gewalt äußerer Mächte, auch für den Menschenleib erst mit dem Tode beginne. Nur die Leiche, die von dem Gott ebenbildlichen Menschengeist verlassene, von ihm nicht mehr beseelte zu Staube zerfallende Hülle gehört dem Reiche der hamvm an. Aber im Leben, mit diesem Gott ebenbildlichen Menschengeiste zu seinem Boten und Werkzeug für den Dienst Gottes auf Erden vermählt, gehört selbst der irdische Leib dem Reiche der hrhu, dem Reiche der Freiheit und selbstständigkeit an, und so lange der Puls in deinem Herzen schlägt kannst du und sollst du mit freier, göttlicher Kraft jeden Pulsschlag deines Herzens, jeden Blutstropfen deiner Adern, jeden Reiz deiner Nerven, jede Spannung deiner Muskeln im Dienste deines Gottes meistern und selbst diese, sonst der Vergänglichkeit hinfallenden irdischen Gestaltungen in die beseligende Gottesnähe schon hinieden hinüber retten. Der Lebendige hat mit dem Tode nichts zu schaffen. Vom „ewig lebenden Quell“ in „irdische Umschränkung“ abgeschöpftes Leben – zu zeitweiliger Vereinigung mit „irdischem Aschenstaub“ gemischt – das ist der Mensch! Aber das dem ewigen Quell entsprungene Leben ist das Ursprüngliche, ihm wird das Irdische zur zeitlichen Ehe zugeführt, Wie auch in der irdischen Mischung das Irdische täuschend als das Ursprüngliche erscheine, - dies Irdische selbst ist tauxh tprs rpi, trägt während dieser Vereinigung die Bestimmung: von dem, dem ewigen Leben entstammten priesterlich beherrscht zu werden, - und kommt die Mischung einst zur Ruhe, sinkt der irdische Aschenstaub zu Boden und rein und ungetrübt scheidet das dem ewigen Leben entflossene Leben aus – zur Höhe.

Tags: